Montag, 3. Mai 2010
Griechenlandhilfen als Symptom einer verkehrten Welt
a-dic-ted, 19:53h
In welcher Welt gibt es eine Legitimation für Finanzhilfen für Griechenland ? Was für ein Zeichen setzt die EU damit ?
Für mich sind die Finanzhilfen für Griechenland der absolute Höhepunkt der komplett schizophrenen Politik seit Beginn der Wirtschaftskrise. Die Wirtschaftskrise, zu Beginn noch Bankenkrise, war nichts weiter als der verzweifelte Versuch des Marktes sich selbst zu heilen. Sich derer Elemente zu entledigen, die wucherten wie Krebsgeschwüre und zu einer wachsenden Bedrohung für die Marktentwicklung wurden. Getrieben von der Gier nach fantastischen Renditen und in völliger Selbstüberschätzung haben weltweit unzählige Banker die Kontrolle verloren und zahlreiche Banken in den Ruin gestürzt. Die betroffenen Banken haben solches Handeln zugelassen und in den meisten Fällen sogar gefördert. An dem Punkt, an dem nun endlich eine Bereinigung des Marktes hätte geschehen können, ist etwas völlig schizophrenes passiert. Und zwar ist es den Verursachern der Krise, den Krebsgeschwüren am freien Markt, gelungen die Politik davon zu überzeugen sie seien die Opfer und müssen gerettet werden. In einer einmaligen Rettungsaktion wurden die Banken vor den Folgen ihres Handelns geschützt und in ihrem marktvernichtenden Kurs bestärkt.
Als die Krise dann die Realwirtschaft, die völlig unschuldig daran war, erreicht hat war kaum noch Geld übrig um diese zu schützen. Ausgebadet haben die Krise also nicht die mutwilligen Verursacher sondern die redlichen, Unbeteiligten. Und noch während die sich qualvoll aus einem Jahrhunderttief erholt feiern die Banken schon lange wieder Rekordquartale als wäre nie eine Krise gewesen.
Nur wer das über sich hat ergehen lassen wird jetzt auch verstehen wieso Griechenland Hilfe braucht. Nicht etwa die Wirtschaftskrise oder die Spekulanten sind das große Problem der Griechen. Sie leben einfach seit Jahrzehnten weit über ihre Verhältnisse (So wie fast ganz Europa, nur eben erheblich stärker) und konnten sich das die letzten zehn Jahre vor allem deshalb weiter leisten, weil die Gemeinschaftswährung Euro ihnen Geld zu viel zu niedrigen Zinsen verfügbar gemacht hat. Dazu kommt natürlich, dass die Griechen ihren Staatshaushalt seit Jahren frisieren und sich dadurch viel Geld und Privilegien ergaunert haben. Was in der Wirtschafts schlimme Folgen für die Verantwortlichen hätte, führt in der Politik zu betretenem Schweigen und diplomatischer Tatenlosigkeit. Stattdessen werden die Griechen, die, sie wird es jetzt deutlich, seit Jahren wie ein Krebsgeschwür am Euro hängen zu dem sie sich den Beitritt nur durch Lügen und Betrügen ergaunert haben, jetzt von einer neu erschaffenen europäischen Solidarität belohnt. Belohnt dafür, dass sie seit dem Beitritt zum Euro laufend gelogen haben was ihre Finanzen betrifft. Dafür, dass sie sämtliche innenpolitischen Probleme einfach weggekauft haben mit neuen Staatsschulden. Dafür, dass sie dermaßen über ihre Verhältnisse leben, dass selbst dem DGB die Worte fehlen.
Viele Europäer, nicht nur die Deutschen, werden sich jetzt sagen : Das habe ich nicht unterschrieben.
Und damit haben wir Recht. Genau dieser Fall sollte beim Euro nämlich ausgeschlossen werden. Der Politik ist das aber egal. In der EU ist es nämlich egal wofür sich der Bürger mal entschieden hat. Die EU scheint sich von den Bürgern der Mitgliedsländer schon lange entkoppelt zu haben und zu einem Selbstzweck geworden zu sein. Würde man den Willen der Bürger respektieren wäre die einzige Alternative gewesen, Griechenland aus der Währungsunion zu werfen und niemals über Finanzhilfen nachzudenken. Genau das wurde uns mit dem Euro nämlich versprochen. Jetzt stecken wir aber alle mit drinnen und haben uns erpressbar machen lassen. Wir subventionieren das Versagen anderer EU-Staaten und können nichtmal das eigene Versagen bezahlen (Rekordverschuldung 2010 !) Trotzdem hat man wieder einmal die einfachste und gefälligste Lösung gewähnt. Die Griechen aus der Währungsunion zu lassen hätte bestimmt kurzfristig eine große Unruhe bedeutet, langfristig jedoch der Stärke und Akzeptanz des Euro gedient. So beweisen uns unsere Politiker nur mal wieder, dass in der EU Verträge das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden.
Das aller Schlimmste an dieser Entwicklung ist jedoch, dass sich eine Perversion durchsetzt, die dabei ist die deutsche Gesellschaft, Wirtschaft und jetzt wohl auch die EU von innen zu zerfressen. Damit meine ich eine Umkehr des grundlegendsten Prizips der Natur : Das Überleben des Stärkeren. Natürlich soll das nicht uneingeschränkt gelten. Was wir heutzutage jedoch praktizieren ist das genaue Gegenteil. Es wird Schwäche gefördert und belohnt. Seien es die Banken, die sich im großen Stil in ihrer Profitgier verzockt haben oder ganze Nationen, die zu lange über ihre Verhältnisse lebten. Oder die absurde Förderpolitik für arbeitslose Familien/Alleinerziehende.
Worauf ich hinaus will ist, dass jemand, der vor den Konsequenzen seines Handelns verschont wird, seine Lektion nicht lernen wird und als Vorbild für andere gilt. Finanzhilfen für Portugal, Spanien, Italien oder Irland werden folgen. Auch wenn aktuell weiter die plumpe Verschleiherungsrhetorik der Politiker alles dementiert.
Worüber jeder Deutsche einmal nachdenken sollte ... wir sind sind meilenweit davon entfernt unseren Staatshaushalt bezahlen zu können. Das kühne Ziel der Politiker ist bestenfalls ein Stopp der Neuverschuldung in X Jahren. Niemand hat jemals ein Wort darüber verloren wann und wie wir unser Defizit jemals zurückzahlen wollen. Es wird bei uns bald erhebliche Einschnitte geben. Aber so wie ich die politische Großwetterlage beurteilen wird es die treffen, die den Staat heute schon tragen.
Für mich sind die Finanzhilfen für Griechenland der absolute Höhepunkt der komplett schizophrenen Politik seit Beginn der Wirtschaftskrise. Die Wirtschaftskrise, zu Beginn noch Bankenkrise, war nichts weiter als der verzweifelte Versuch des Marktes sich selbst zu heilen. Sich derer Elemente zu entledigen, die wucherten wie Krebsgeschwüre und zu einer wachsenden Bedrohung für die Marktentwicklung wurden. Getrieben von der Gier nach fantastischen Renditen und in völliger Selbstüberschätzung haben weltweit unzählige Banker die Kontrolle verloren und zahlreiche Banken in den Ruin gestürzt. Die betroffenen Banken haben solches Handeln zugelassen und in den meisten Fällen sogar gefördert. An dem Punkt, an dem nun endlich eine Bereinigung des Marktes hätte geschehen können, ist etwas völlig schizophrenes passiert. Und zwar ist es den Verursachern der Krise, den Krebsgeschwüren am freien Markt, gelungen die Politik davon zu überzeugen sie seien die Opfer und müssen gerettet werden. In einer einmaligen Rettungsaktion wurden die Banken vor den Folgen ihres Handelns geschützt und in ihrem marktvernichtenden Kurs bestärkt.
Als die Krise dann die Realwirtschaft, die völlig unschuldig daran war, erreicht hat war kaum noch Geld übrig um diese zu schützen. Ausgebadet haben die Krise also nicht die mutwilligen Verursacher sondern die redlichen, Unbeteiligten. Und noch während die sich qualvoll aus einem Jahrhunderttief erholt feiern die Banken schon lange wieder Rekordquartale als wäre nie eine Krise gewesen.
Nur wer das über sich hat ergehen lassen wird jetzt auch verstehen wieso Griechenland Hilfe braucht. Nicht etwa die Wirtschaftskrise oder die Spekulanten sind das große Problem der Griechen. Sie leben einfach seit Jahrzehnten weit über ihre Verhältnisse (So wie fast ganz Europa, nur eben erheblich stärker) und konnten sich das die letzten zehn Jahre vor allem deshalb weiter leisten, weil die Gemeinschaftswährung Euro ihnen Geld zu viel zu niedrigen Zinsen verfügbar gemacht hat. Dazu kommt natürlich, dass die Griechen ihren Staatshaushalt seit Jahren frisieren und sich dadurch viel Geld und Privilegien ergaunert haben. Was in der Wirtschafts schlimme Folgen für die Verantwortlichen hätte, führt in der Politik zu betretenem Schweigen und diplomatischer Tatenlosigkeit. Stattdessen werden die Griechen, die, sie wird es jetzt deutlich, seit Jahren wie ein Krebsgeschwür am Euro hängen zu dem sie sich den Beitritt nur durch Lügen und Betrügen ergaunert haben, jetzt von einer neu erschaffenen europäischen Solidarität belohnt. Belohnt dafür, dass sie seit dem Beitritt zum Euro laufend gelogen haben was ihre Finanzen betrifft. Dafür, dass sie sämtliche innenpolitischen Probleme einfach weggekauft haben mit neuen Staatsschulden. Dafür, dass sie dermaßen über ihre Verhältnisse leben, dass selbst dem DGB die Worte fehlen.
Viele Europäer, nicht nur die Deutschen, werden sich jetzt sagen : Das habe ich nicht unterschrieben.
Und damit haben wir Recht. Genau dieser Fall sollte beim Euro nämlich ausgeschlossen werden. Der Politik ist das aber egal. In der EU ist es nämlich egal wofür sich der Bürger mal entschieden hat. Die EU scheint sich von den Bürgern der Mitgliedsländer schon lange entkoppelt zu haben und zu einem Selbstzweck geworden zu sein. Würde man den Willen der Bürger respektieren wäre die einzige Alternative gewesen, Griechenland aus der Währungsunion zu werfen und niemals über Finanzhilfen nachzudenken. Genau das wurde uns mit dem Euro nämlich versprochen. Jetzt stecken wir aber alle mit drinnen und haben uns erpressbar machen lassen. Wir subventionieren das Versagen anderer EU-Staaten und können nichtmal das eigene Versagen bezahlen (Rekordverschuldung 2010 !) Trotzdem hat man wieder einmal die einfachste und gefälligste Lösung gewähnt. Die Griechen aus der Währungsunion zu lassen hätte bestimmt kurzfristig eine große Unruhe bedeutet, langfristig jedoch der Stärke und Akzeptanz des Euro gedient. So beweisen uns unsere Politiker nur mal wieder, dass in der EU Verträge das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden.
Das aller Schlimmste an dieser Entwicklung ist jedoch, dass sich eine Perversion durchsetzt, die dabei ist die deutsche Gesellschaft, Wirtschaft und jetzt wohl auch die EU von innen zu zerfressen. Damit meine ich eine Umkehr des grundlegendsten Prizips der Natur : Das Überleben des Stärkeren. Natürlich soll das nicht uneingeschränkt gelten. Was wir heutzutage jedoch praktizieren ist das genaue Gegenteil. Es wird Schwäche gefördert und belohnt. Seien es die Banken, die sich im großen Stil in ihrer Profitgier verzockt haben oder ganze Nationen, die zu lange über ihre Verhältnisse lebten. Oder die absurde Förderpolitik für arbeitslose Familien/Alleinerziehende.
Worauf ich hinaus will ist, dass jemand, der vor den Konsequenzen seines Handelns verschont wird, seine Lektion nicht lernen wird und als Vorbild für andere gilt. Finanzhilfen für Portugal, Spanien, Italien oder Irland werden folgen. Auch wenn aktuell weiter die plumpe Verschleiherungsrhetorik der Politiker alles dementiert.
Worüber jeder Deutsche einmal nachdenken sollte ... wir sind sind meilenweit davon entfernt unseren Staatshaushalt bezahlen zu können. Das kühne Ziel der Politiker ist bestenfalls ein Stopp der Neuverschuldung in X Jahren. Niemand hat jemals ein Wort darüber verloren wann und wie wir unser Defizit jemals zurückzahlen wollen. Es wird bei uns bald erhebliche Einschnitte geben. Aber so wie ich die politische Großwetterlage beurteilen wird es die treffen, die den Staat heute schon tragen.
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