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Sonntag, 27. September 2009
Soziale Gerechtigkeit
a-dic-ted, 16:31h
Wenn ein Begriff von der deutschen Politik in den letzten Jahren missbraucht wurde, dann ist es der Begriff der "Sozialen Gerechtigkeit".
Unter dieser Fahne ziehen bald alle Parteien in die Wahlkämpfe und dabei ist der Begriff an Schwammigkeit kaum zu überbieten. Sowohl "Sozial" als auch "Gerecht" sind zwei fundamental subjektive Bestandteile. Gemeinsam dienen Sie dann in erster Linie als Deckmantel für individuellen Opportunismus.
Denn was an sozialen Einstellungen in der deutschen Gesellschaft mal vorhanden war, ist spätestens mit der zweiten 68er-Welle weggespült worden. Im Vordergrund steht heutzutage nur noch eins : Das Individuum. Die individuelle Bereicherung und Absicherung. Was einst als Selbstverwirklichung ausgesäht wurde, treibt heute seine Blüten als Egoismus, Neid, Missgunst und Rücksichtslosigkeit. Genau wie viele andere hochtrabende, alternative Ideale scheitert auch dieses wieder an dem Schlechten im Menschen.
Der zweite Bestandteil ist aber nicht besser. Gerechtigkeit scheint es in der deutschen Seele nämlich offenbar nicht zu geben. Ständig findet man hier und da Ungerechtigkeit. Man fühlt sich chronisch ungerecht behandelt und das egoistische Streben nach Gerechtigkeit scheint eine ureigene deutsche Tugend. Dabei will ich mich nicht ausklammern ! Nur hat die subjektive, persönliche Gerechtigkeit sehr selten etwas Soziales. Trotzdem wird gegen jede vermeindliche Ungerechtigkeit gekämpft bis zum Bundesverfassungsgericht oder anderen höchstrichterlichen Instanzen. Eine kaum zu übertreffende Manifestation dieser Kultur der Ungerechtigkeitsbeseitigung ist das deutsche Steuerrecht. Tausende von Eventualitäten und Umständen definieren teilweise völlig widersinnig welcher Beitrag zur Gesellschaft für jeden von uns gerecht ist. Deutsche Gerechtigkeit als Erzfeind des Pragmatismus und der Logik.
Wer mir soweit folgen konnte sollte jetzt in der Lage sein zu verstehen wieso sich jede Partei den Schuh der Sozialen Gerechtigkeit anziehen kann und dabei so tun kann als wäre man Aschenputtel.
Es ist einfach Faulheit und Ideenlosigkeit sich hinter dieser Begriffhülse zu verstecken statt Klartext zu reden. Man erteilt den eigenen Zielen mit zwei Worten die Absolution. Was dahinter steckt ist völlig egal weil zu Zeiten einer großen Koalition die Inhalte mangels Abgrenzung leichtgängigen Parolen weichen müssen.
Wer wählen geht tut dies oft aus Gewohnheit oder lediglich mit Plakatparolen bewaffnet. Kaum jemand liest sich die Erläuterungen im Wahl-O-Mat durch. Allein die Übereinstimmung mit zweizeiligen Parolen genügt um sich für eine Partei zu entscheiden. Dabei gerät das Gesamtbild aus den Augen.
Natürlich klingt es opportun die Praxisgebühr abzuschaffen. Jeder freut sich über die 10€ in der Tasche nach dem Arztbesuch. Dass die Krankenkassen sich genau die Summe, die durch den Wegfall der Praxisgebühr fehlt, über Beitragssteigerungen reinholen MUSS, steht auf einem anderen Blatt. Wer also ein- bis zweimal im Jahr zum Arzt geht zahlt so vermutlich unterm Strich drauf. Zu kurz gedacht - die Parole "Praxisgebühr abschaffen" kommt trotzdem an.
Unter dieser Fahne ziehen bald alle Parteien in die Wahlkämpfe und dabei ist der Begriff an Schwammigkeit kaum zu überbieten. Sowohl "Sozial" als auch "Gerecht" sind zwei fundamental subjektive Bestandteile. Gemeinsam dienen Sie dann in erster Linie als Deckmantel für individuellen Opportunismus.
Denn was an sozialen Einstellungen in der deutschen Gesellschaft mal vorhanden war, ist spätestens mit der zweiten 68er-Welle weggespült worden. Im Vordergrund steht heutzutage nur noch eins : Das Individuum. Die individuelle Bereicherung und Absicherung. Was einst als Selbstverwirklichung ausgesäht wurde, treibt heute seine Blüten als Egoismus, Neid, Missgunst und Rücksichtslosigkeit. Genau wie viele andere hochtrabende, alternative Ideale scheitert auch dieses wieder an dem Schlechten im Menschen.
Der zweite Bestandteil ist aber nicht besser. Gerechtigkeit scheint es in der deutschen Seele nämlich offenbar nicht zu geben. Ständig findet man hier und da Ungerechtigkeit. Man fühlt sich chronisch ungerecht behandelt und das egoistische Streben nach Gerechtigkeit scheint eine ureigene deutsche Tugend. Dabei will ich mich nicht ausklammern ! Nur hat die subjektive, persönliche Gerechtigkeit sehr selten etwas Soziales. Trotzdem wird gegen jede vermeindliche Ungerechtigkeit gekämpft bis zum Bundesverfassungsgericht oder anderen höchstrichterlichen Instanzen. Eine kaum zu übertreffende Manifestation dieser Kultur der Ungerechtigkeitsbeseitigung ist das deutsche Steuerrecht. Tausende von Eventualitäten und Umständen definieren teilweise völlig widersinnig welcher Beitrag zur Gesellschaft für jeden von uns gerecht ist. Deutsche Gerechtigkeit als Erzfeind des Pragmatismus und der Logik.
Wer mir soweit folgen konnte sollte jetzt in der Lage sein zu verstehen wieso sich jede Partei den Schuh der Sozialen Gerechtigkeit anziehen kann und dabei so tun kann als wäre man Aschenputtel.
Es ist einfach Faulheit und Ideenlosigkeit sich hinter dieser Begriffhülse zu verstecken statt Klartext zu reden. Man erteilt den eigenen Zielen mit zwei Worten die Absolution. Was dahinter steckt ist völlig egal weil zu Zeiten einer großen Koalition die Inhalte mangels Abgrenzung leichtgängigen Parolen weichen müssen.
Wer wählen geht tut dies oft aus Gewohnheit oder lediglich mit Plakatparolen bewaffnet. Kaum jemand liest sich die Erläuterungen im Wahl-O-Mat durch. Allein die Übereinstimmung mit zweizeiligen Parolen genügt um sich für eine Partei zu entscheiden. Dabei gerät das Gesamtbild aus den Augen.
Natürlich klingt es opportun die Praxisgebühr abzuschaffen. Jeder freut sich über die 10€ in der Tasche nach dem Arztbesuch. Dass die Krankenkassen sich genau die Summe, die durch den Wegfall der Praxisgebühr fehlt, über Beitragssteigerungen reinholen MUSS, steht auf einem anderen Blatt. Wer also ein- bis zweimal im Jahr zum Arzt geht zahlt so vermutlich unterm Strich drauf. Zu kurz gedacht - die Parole "Praxisgebühr abschaffen" kommt trotzdem an.
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